Sa
01
Nov
2008
Allerseelen
Die Illustration ist von Emil Medardus und ein Hommage an James Ensor, den Maler des Unheimlichen.
Haloween war gestern, heute ist Allerseelen.
Die Strassen sind wieder ruhig, die Jugendlichen die sich gestern haloweenmässig ausgelassen haben, sind wieder brav.
Als ich am frühen Morgen aus dem Haus gehen wollte, griffen meine Hände in Rasierschaum, welchen nette Kinder mir gestern nacht an die Türfalle gesprayt haben.
Haloween, dieser importierte amerikanische Brauch, ist heute eine Mischung aus Schulsylvester und Karneval.
In Irland feierte man am 31. Oktober Haloween, im deutschsprachigen, katholischen Raum war es einfach der Vorabend von Allereseelen.
In vorchristlichen Zeiten war das Ende des Sommers zugleich das Fest der Toten.
Die Christen wollten dieses heidnische Fest eigentlich zuerst abschaffen.
Aber der schlaue Papst Gregor IV ordnete an, dass die heidnischen Bräuche nicht abgeschafft, sondern christianisiert werden sollten.
So wurde das keltische Totenfest am 31. Oktober zum Auftakt für Allerheiligen.
Den Bettlern die an diesem Tag von Haus zu Haus zogen gab man eine Seele (Brot), einen Seelenkuchen (quadratisches Gebäck mit Johannisbeeren), einen Seelenzopf oder Seelenbrötchen.
Man glaubte das für jedes „vergelts Gott“ eine Seele aus dem Fegefeuer erlöst würde.
Noch bis in die 50er Jahre gab es den Brauch, einem besonders nahe stehenden oder lieben Menschen eine „Seele“ zu schenken.
Daher soll übrigens auch die heute noch bekannte Bezeichnung „gute Seele“- für einen netten Menschen- stammen.
In früherer Zeit waren die Seelen ein eindeutiges Zeichen: Wenn der Bursche seinem Mädchen eine große „Seele" schickte, dann galt dies als Heiratsantrag.
Es gab aber noch ein anderes Seelen Rezept. Früher war es ein katholischer Brauch, dass der Taufpate seinem Patenkind an Allerseelen eine süsse Seele schenkte.
Dies als Ermunterung, für die armen Seelen zu beten.
Rezept für Schwäbische Seelenbrötchen mit Speck und Kümmel
Früher wurden Seelen nur am Allerseelentag gebacken und
gegessen.
Die „Seele“ ist ein typisch schwäbisches Gebäck aus Weißmehl,
Wasser und Salz.
Die Form ist oval bis länglich, die Kruste knusprig und mit grobem
Salz und Kümmel bestreut.
Besonders gut schmeckt sie, wenn man dem Teig Speckwürfel
beifügt.
Zutaten:
500 g Mehl
1 Würfel Hefe
2-2.5 dl. lauwarmes Wasser
100gr Speckwürfel
40 gr Butter
1 Teel. Salz
1 Ei
Zerlassene Butter
grobes Salz,
Kümmel
Hefe im Wasser auflösen und mit den anderen Zutaten zu einem möglichst weichen Teig
kneten. Der Teig sollte sich eher etwas zu weich anfühlen, also gerade noch formbar sein.
Gut durchkneten und mit einem sauberen Tuch zugedeckt 45 Minuten bei Zimmertemperatur
ruhen lassen. Dann nochmals gut durchkneten und längliche Seelen formen (ca. 20 cm lange 3 cm breiten Stangen).
Aufs mit Backpapier ausgelegte Blech legen und nochmals mit dem Tuch bedeckt 20 Minuten
ruhen lassen.
Backofen auf ca. 220 Grad vorheizen.
Teigstücke mit Wasser bestreichen, mit grobem Salz und Kümmel bestreuen und in den Backofen schieben.
Eine Schale Wasser mit in den Backofen stellen, dann das Blech einschieben.
Backzeit: ca. 20 Minuten bei 220 Grad.
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