Sa
18
Okt
2008
Ein Schweizer Volksbrauch
Der "Räbeliechtliumzug"
Erinnern Sie sich noch?
Mit einem Löffel wurde die Räbe ausgehöhlt. Die Mutter half dem Kleinsten.
Sonne, Mond, Sterne, ein Haus, eine Tanne vielleicht, schnitzten wir in die weiss-violette Räbenhaut.
Dann wurde eine Kerze ins Lämpchen gesteckt und das Ganze mit einer Schnur an einem Stecken befestigt. Fertig war die ganze Pracht. Welche Vorfreude auf die Dunkelheit, auf den "Räbeliechtli"-Umzug! Und mit welchem Stolz trugen wir dann unsere Lichter vor uns her!
Wie für Viele bei uns in der Schweiz (in Deutschland werden mehr Rüben gegessen, hab ich mir sagen lassen), wuchsen auch für mich damals Räben extra und ausschliesslich für diesen Anlass.
Zu Unrecht, wie ich später feststellte.
Denn dieses Gemüse ist sehr schmackhaft und vielseitig.
Sogar die delikaten Blätter können, solange sie noch jung und zart sind, ähnlich wie Spinat zubereitet werden. Zum Beispiel mit einem guten Olivenöl und etwas Knoblauch.
Zudem ist die Räbe reich an Vitamin C und Kalium
Wählen Sie aber zu Kochen nicht die Grössten, denn diese können schon mal ein holziges Inneres besitzen!
Räbenstock mit Salsicce (weisses Rübenmus mit italienischen Bratwürstchen)
Zutaten:
3 Räben,
3 Kartoffel (mehlig kochende),
2 El. Mehl,
2 dl. Halbrahm (halbfette Sahne),
2 El. Butter, Gemüsebrühe,
je eine Prise Muskat und Zucker,
2 Zwiebeln in Ringe geschnitten,
Bratbutter,
4 Salsicce je nach Geschmack mit Peperoncini oder Fenchelsamen gewürzt (bekommt man beim Italiener) oder scharfe Bratwürstchen vom Metzger.
Räben und Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden und in der Gemüsebrühe weichkochen. Pürieren!
Mehl mit dem Halbrahm verrühren, aufkochen und unter das Püree mischen.
Mit einer Prise Zucker und etwas geriebener Muskatnuss abschmecken.
Mit den in Bratbutter gerösteten Zwiebelringen und den goldbraun gebratenen Salsicce servieren.
Dazu passt ein kühles, malziges Starkbier besonders gut!
Guten Appetit!
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